21. Oktober 2011

Musik und Poesie: Ein Liszt-Recital mit Diana Damrau und Helmut Deutsch

»Schöner, intelligenter, intensiver kann man das nicht singen", lobte Manuel Brug die Sopranistin Diana Damrau im Magazin FonoForum anlässlich eines Liszt-Liederabends 2010 in Berlin. Nicht nur Opernarien vom Barock über Mozart bis Verdi und Strauss zählen zu den Höhepunkten von Diana Damraus Diskografie, sondern auch romantische Lieder von Richard Strauss: Das Album Poesie brachte ihr unter anderem einen Diapason d'or und einen Klassik ECHO ein. Jetzt ehrt die Künstlerin den Jubilar des Jahres 2011: Franz Liszt.
Viele halten Liszt vor allem für einen Klavier- und Orchesterkomponisten, doch gerade in der typisch romantischen Gattung des klavierbegleiteten Liedes zeigt sich seine künstlerische Idee der Verschmelzung von Musik und Poesie am eindringlichsten. Liszt, der in fast fünf Jahrzehnten etwa 70 Lieder komponiert hat, war ein durch und durch literarisch inspirierter Komponist, und so wie sich in seinen Klavierwerken und seiner Sinfonik die Stoffe von Faust, der Göttlichen Komödie, Tasso und vielen anderen großen Dichtungen spiegeln, so taucht er in seinen Liedern mit immenser illustrativer Kraft und kongenialer Gestaltung in die Welten von Petrarca, Heine, Goethe, Victor Hugo und vielen anderen ein. Das Liszt-Recital, bei dem Diana Damrau mit Helmut Deutsch, einem der renommiertesten Klavierbegleiter überhaupt zusammenarbeitet, enthält Lieder in Deutsch, Französisch und Italienisch — darunter die an Liszts Ungarnliebe anknüpfende Ballade Die drei Zigeuner, aber auch eine Vokalversion des in der Soloklavierfassung ungemein populären Liebestraums Nr. 3.